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SAS Big Data Analytics Forum

Die Transformation der Krawatte

Umdenken erforderlich, so der Konsens beim SAS Big Data Analytics Forum 2015. „Digital or Tie!“ lautete deshalb der Appell von Christoph Sporleder, Executive Advisor bei SAS DACH.

Und damit war gemeint, dass, wer sich nicht innerhalb der nächsten Monate digital transformiere, vom Markt verschluckt werde. Will sagen, wer nicht sein analoges Denksystem, symbolisiert durch den Dresscode der Krawatte, zugunsten eines digitalen Denksystems aufgebe, dessen Prognose stünde in seinem Umfeld schlecht. „Wir müssen uns entscheiden: Digital or Tie!“

Für eine grundsätzliche Einstellungsänderung sprachen alle Referenten der diesjährigen Veranstaltung, die nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr jetzt zum zweiten Mal stattfand und mehr als 200 Teilnehmer ins Westin Grand Hotel in Frankfurt lockte. Stand bei der Premierenveranstaltung noch das „Was?“ im Vordergrund, ging es diesmal um das „Wie?“. Denn was man mit Big Data machen kann, ist inzwischen weitestgehend angekommen. Daran schließt sich nun die Frage an, wie das Ganze umgesetzt wird: auf die althergebrachte, projektorientierte Weise oder mit neuen, innovativen Ansätzen?

Die logische Konsequenz: Das Forum stand ganz im Zeichen des Lab. Als schlüsselfertige Infrastruktur bietet das Big Data Lab von SAS genau das Experimentierfeld, das Unternehmen benötigen, um sich die ganze Bandbreite der Big-Data-Möglichkeiten zu erschließen. Und zwar, indem sie nicht mit vorgefertigten Fragen und Modellen an die Daten herangehen, sondern – umgekehrt – schauen, was die Daten ihnen zu bieten haben. Nicht selten sind dies neue Geschäftsmodelle.

Dem schloss sich die Keynote von Internet-Visionär Prof. Viktor Mayer-Schönberger, Professor of Internet Governance and Regulation der University of Oxford, an. „Big Data ist eine neue Perspektive auf die Wirklichkeit, die dazu dient, bessere Entscheidungen zu treffen“ – so die Quintessenz. Wichtig sei es, die richtigen Fragen zu stellen. Daten, die auf den ersten Blick Abfallprodukt sind, werden genutzt, um ganz andere Erkenntnisse zu gewinnen. Fitnessarmbänder, die Bewegungsdaten von Menschen senden, können Hinweise auf Erdbeben geben. Ein Thermostathersteller wird zur Datensammelplattform, die die klimatischen Vorlieben der Menschen wiedergibt und damit eine Prognose zum Energiebedarf ermöglicht. Ein Kaffeeautomatenhersteller kann aus Maintenance-Daten ablesen, wie die Auslastung der Fabrik ist, und will demnächst Wirtschaftsdaten vorhersagen. „Daten sammeln, wenn man kann, nicht bloß, wenn man muss“, sei das neue Mantra.

Die Big Data-Revolution – warum sie uns alle betrifft Prof. Viktor Mayer-Schönberger, Professor of Internet Governance and Regulation, University of Oxford
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Ein Fehler, den Unternehmen laut Sporleder machten, sei, Big-Data-Projekte innerhalb der vorhandenen Analytics-Infrastruktur umsetzen zu wollen. Stattdessen müsse man produktive Umgebung und Experimentierfeld trennen – wie es eben im Lab möglich ist. Das Lab als Innovationstrichter: Dieser ist oben ganz breit und offen für jede Art von Information und kreativen, aber noch vagen Ideen, unten kommt im besten Fall ein Ergebnis raus. Als letzten Schritt im Prozess erarbeitet der Data Scientist im Lab in enger Zusammenarbeit mit der Fachabteilung ein statistisches Modell. Nach dem „Fail-Fast“-Prinzip wird ein Ansatz schnell verworfen, wenn sich bis dahin kein Erfolg gezeigt hat. Agile Sprints im Big Data Lab sollten dabei nicht mehr als zwei Wochen dauern.

Beim abschließenden Customer Panel berichteten Wolfgang Hauner, Head of Data Analytics bei Munich Re, Herbert Großmann, Projektmanager BI bei DER Touristik Köln, und Christian Peter, Leiter Kontakt- und Kampagnenmanagement bei der Commerzbank, wie bei ihnen bereits Big Data Analytics in der Praxis eingesetzt wird. Allgemeiner Tenor war, dass „datengetrieben“ heißt, keine bestimmten Use Cases im Vorfeld im Kopf zu haben und dass die analytische Kultur vom Top-Management vorangebracht werden muss – eine Voraussetzung, die von allen Panel-Teilnehmern bestätigt wurde.

Trends und neue Lösungen für ein modernes Betriebskonzept Martin Bramigk, Senior Business Development Manager, T-Systems International GmbH
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Diskussion und Austausch standen im Fokus beim Big Data Analytics Forum – und zwar nicht nur in den Networking-Pausen. Erstmals bot dazu ein Live-Stream Möglichkeit. Und die Teilnehmer am Bildschirm beteiligten sich fast ebenso rege mit Fragen wie das Publikum in Frankfurt. Das SAS Big Data Analytics Forum 2015 hat deutlich gemacht, dass jetzt Mut zur Veränderung gefragt ist. Fazit von Chris Sporleder: „Die Transformation der Krawatte muss jetzt zur Pflichtübung werden.“

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