Das SAS Magazin
Menschen / Perspektiven / Lösungen

Analytics in der Cloud

Ausprobieren!

Über den Wolken soll die Freiheit ja grenzenlos sein, behauptet Reinhard Mey. Die IT sucht ihre Freiheit eher in der Wolke. Gilt das auch für anspruchsvolle Anwendungen wie Big Data Analytics – oder sogar ganz besonders? Fest steht: Wer Geschäftsprozesse in die Cloud verlagert, sichert sich Innovationsfähigkeit.

Die Cloud ist salonfähig geworden. Was anfangs noch wie eine Spielerei für Privatanwender und Kleinunternehmer ohne kritische Datenbestände aussah, gehört inzwischen zum IT-Infrastrukturkonzept auch großer Unternehmen. Konsumernahe Provider wie Amazon sorgen dabei für Masse, klassische B-to-B-Dienstleister wie T-Systems für Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Technologie. Vorteile wie Kostensenkung, Flexibilität oder Skalierbarkeit sind unbestritten. Bedenken zur Sicherheit der Daten ebenfalls. Aber es gibt noch einen dritten Aspekt, der gern übersehen wird: Die Cloud öffnet nicht nur, aber vor allem der IT ein Experimentierfeld, das vielen Unternehmen sonst verschlossen bleiben würde.

Ein Beispiel: Big Data Analytics. Die digitale Transformation lässt nicht nur das Datenvolumen rasant wachsen, sondern auch potenziell neue Geschäftsmodelle wie Pilze aus dem Boden schießen. Doch einsammeln kann nur, wer die richtigen Tools nutzt, um nichtssagenden Datenbergen wertvolle Informationen zu entlocken. Cloud Analytics (oder: Analytics as a Service) bietet sich dafür als Einstieg an, weil Investitionen in eigene Infrastruktur im Rahmen und der Weg zum großflächigen Einsatz trotzdem jederzeit offen bleiben.

Software wird zu Dienstleistung

Die Zeiten, in denen Business-Software einmal als großer, teurer und monolithischer Block im Unternehmen implementiert wird, gehören bald der Vergangenheit an. Kostengünstige Cloud-Infrastruktur und schnelle Internetverbindungen ermöglichen heute schon eine Nutzung von Server-Software, die nicht On-premise bereitgestellt wird. Amazon, Microsoft, T-System und auch SAS: Jeder kann sich aus deren breiter Palette an Cloud-Angeboten genau den Ansatz aussuchen, der ihm am besten entspricht.

Die Cloud bereitet ein Experimentierfeld für neue Phänomene wie Big Data oder Internet of Things, insofern als sie alles speichert: Daten von tausenden Sensoren in der Autobahnbrücke, anonymisierte Bewegungsprofile von Millionen von Menschen am Flughafen oder Transaktionsdaten von Prepaid-Kunden. Analytics in der Cloud macht den Weg frei, um herausfinden, was man konkret mit diesen Daten anfangen kann.
Und das heißt nicht nur, alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Die Cloud bietet den Vorteil, dass ganz neue Daten beziehungsweise Daten aus neuartigen Quellen eingebunden werden können. Pressetexte geben Unternehmen Auskunft über ihre Mitbewerber und dem Vertriebler über (potenzielle) Kunden, wenn sie mit Text Mining systematisch ausgewertet werden. Immer wichtiger wird auch die Analyse von direktem Kundenfeedback in Social-Media-Kanälen, die zur Verbesserung der Kundenbeziehung und sogar zur Produktoptimierung dient.





Amazon, Microsoft, T-System und auch SAS: Jeder kann sich aus deren breiter Palette an Cloud-Angeboten genau den Ansatz aussuchen, der ihm entspricht.

Platz für Experimente

Experimentieren heißt die Devise, wenn es um die Auswertung von Big Data geht. Mit dem analytischen Thema müssen sich heute CIOs auseinandersetzen. Schlüsselfertige Probeumgebungen mit einer vorkonfigurierten Cloud-Infrastruktur, wie sie SAS mit dem Big Data Lab bietet, sind eine Möglichkeit, die Funktionalitäten von Analytics zu testen. Unternehmen erhalten ein Software-Bundle aus Standardkomponenten, in dem alle Punkte der Datenanalyse – von Datenhaltung und -management über Reporting bis hin zu Statistik – zusammenlaufen. Mit einem einsatzfertigen Komplettpaket lassen sich Use Cases entwickeln, erproben, validieren oder verwerfen. Und das eben auch in der Cloud, also ohne umfangreiche Installationen und Investitionen.

Ergebnisse statt Software

Doch Cloud ist nicht gleich Cloud. Bisher haben Unternehmen die Auswahl aus drei Bereitstellungsformen: Hosted Managed Services (kundenspezifische Analytics-Umgebungen auf Servern des Anbieters), Remote Managed Services (externer Betrieb von Analytics-Lösungen auf firmeneigenen Servern) oder Software as a Service (Nutzung einzelner, standardisierter Softwarekomponenten über die Cloud). Der nächste Schritt ist, nicht mehr die Software an sich als Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, sondern sich gleich Analyseergebnisse bereitstellen zu lassen. Schließlich möchte man, wenn man Hunger hat, vom Lieferdienst auch nicht Zutaten und Backofen, sondern die fertige Pizza geliefert bekommen. Beim Result-as-a-Service-Ansatz erhält der Kunde das bereits analysierte Ergebnis und muss sich weder um Hardware noch um Software Gedanken machen. SAS hat eine solche Variante. Dabei werden ausschließlich die an eine Analytics Cloud gestellten Fragen abgerechnet. Sie wurde als kundenspezifische Lösung entwickelt, doch jetzt bietet SAS sie im Standard an.

Die Cloud ist im Business angekommen

Die Zurückhaltung der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Nutzung von Cloud-Modellen ist längst nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor wenigen Jahren. Und dafür gibt es einen triftigen Grund: Die Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen gerade bei so komplexen Infrastrukturen wie Big Data Analytics überzeugen - auch hinsichtlich der Sicherheitsanforderung, denen man sich stellen muss und kann.

Und auf Dauer wollen sich diesen Vorteilen immer weniger Firmen verschließen. Mit dem „As-a-Service“-Bereitstellungsmodell und dem Big Data Lab können sie Analytics-Lösungen nutzen, um Geschäftsmodelle zu verbessern, die Customer Experience zu transformieren, neue Produkte zu testen – oder einfach nur zu experimentieren. Dazu gehört zum Beispiel der gesamte boomende Komplex Industrie 4.0. Big Data ist da, die Cloud ist da – daher heißt es: Jetzt die entsprechenden Prozesse anstoßen. Die Zeit ist reif. Geschäftsmodelle ohne Analytics in der Cloud umzusetzen, ist nicht mehr denkbar. So gesehen ist die Freiheit IN der Cloud für die IT – zumindest fast – grenzenlos.

Kräfte bündeln für die Cloud

Der Übergang von der Cloud zum Hosting ist fließend und bietet eine Möglichkeit, auch anspruchsvolle Analytics-Software ohne Investitionen in das eigene Rechenzentrum zu betreiben. SAS arbeitet mit lokalen Anbietern wie T-Systems ebenso zusammen wie mit globalen Playern à la Amazon Web Services (AWS) oder hp. Darüber hinaus hat SAS eigene Rechenzentren, die global verteilt sind, unter anderem auch in Frankfurt am Main. Zudem werden die SAS Lösungen von Experten des Herstellers selbst optimal gewartet.
Kürzlich ist SAS der Cloud Foundry Foundation als Gold Member beigetreten, um Cloud-Technologien zu nutzen und aktiv mitzugestalten. Mit Cloud Foundry wurde ein offener Standard für Cloud-Applikationen ins Leben gerufen. Ziel: schnellere Marktreife und bessere Nutzerakzeptanz. Auf Entwicklerseite hält der Standard skalierbare Microservices und kontinuierliche Weiterentwicklung bereit. Für den laufenden Betrieb ergeben sich eine kürzere Zyklusdauer und eine höhere Zuverlässigkeit. Und übergreifend entgehen Unternehmen mit Cloud Foundry dem klassischen „Anbieterzwang“.

Bildnachweis: scyther5/istockphoto.com

« Zurück